Die Trauma-Arbeit SEI® ist gekennzeichnet durch ihr körper- und bindungsorientiertes Vorgehen und fokussiert sich besonders auf die Behandlung von Entwicklungstrauma- bzw. Bindungstraumastörungen.

  • Das körperorientierte Vorgehen ermöglicht den Zugang zu implizit gespeicherten Mustern, die rein sprachlich nicht erreichbar sind, sowie zu den daraus entwickelten Überlebensstrategien eines Kindes als Reaktion auf die traumatisierenden Bedingungen.
  • Über die Selbstbeobachtung auf der Basis körperlicher Empfindung geschieht eine zunehmende Bewusstwerdung eigener Wahrnehmungs-, Haltungs- und Reaktionstendenzen, die im ursprünglichen Zusammenhang sinnvoll, nun aber meist dysfunktional und einschränkend wirken.
  • In der therapeutischen Beziehung wird – zunächst mithilfe der therapeutischen Co-Regulation, der eigenen Stabilität des/der Therapeuten/in und seiner mitfühlenden Begleitung- ein Haltenkönnen dieser Zustände erfahren und seine Bedeutung als sinnvolle Reaktion im ursprünglichen Zusammenhang gewürdigt und die dahinterliegenden Bedürfnisse angenommen.
  • Gleichzeitig geschieht so ein Nachlernen der eigenen Selbstregulationsfähigkeit, die im Prozess zunächst stark von der therapeutischen Coregulation abhängig ist, dann aber zunehmend unabhängiger und selbstwirksamer wird.
  • Die therapeutische Beziehung bietet neue psychosoziale Erfahrungsmöglichkeiten an, die alternative Wahrnehmungs- und Reaktionstendenzen und eine seelische Nachreifung ermöglichen.
  • Ebenso wird die gleichermaßen körperliche wie bindungsbezogene Empfindungsebene zur Gegenwartsorientierung genutzt, um das eigene Erwachsensein und die damit verbundenen Ressourcen zu verdeutlichen.
  • Die Fähigkeit zur Selbstbeobachtung auf der Basis der körperlichen Empfindung stellt die Basis der Selbstregulationsfähigkeit dar, auf der hirnphysiologischen Ebene unterstützt es die Integration zwischen Limbischen System und Neocortex.

Die Traumaintegration und Stärkung der Selbstregulation bedeutet konkret für das Leben der Betroffenen:

  • Emotionale Flashbacks werden seltener und können leichter bewältigt werden
  • Eine deutliche Zunahme psychosozialer Kompetenzen und Qualitäten wie Impulskontrolle, Empathiefähigkeit, Autonomie und Abgrenzungsfähigkeit
  • Gesteigertes Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Selbstwirksamkeit